• Dr. Mirjam Wagner

Dem PMS-Monster auf der Spur

Aktualisiert: Aug 4

Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) - ein Begriff mit tausend Gesichtern: Von Unterbauchschmerzen bis Depression ist alles dabei. Manche Frauen leiden wirklich enorm unter den Symptomen, trauen sich aber nichts zu sagen. Sie schämen sich oder wollen keine vermeintliche Schwäche zeigen. Sie glauben, dass andere kein Verständnis für ihre Beschwerden haben. Vielleicht kommt Dir das bekannt vor?


Dabei ist das PMS eine ernsthafte Belastung für den Körper und die Psyche. Darum ist es um so wichtiger, auf seine eigenen Ressourcen zu schauen und STOP zu sagen, wenn es einem nicht gut geht. Dafür muss Frau sich nicht schämen!


Ich möchte in diesem Artikel erklären, was PMS wirklich bedeutet und vor allem, was man selbst aktiv dagegen tun kann.


Was heißt PMS?

Prämenstruelles Syndrom. Damit werden alle Beschwerden bezeichnet, die in den Tagen (~4 - 14!) vor den Tagen auftreten.


Wie häufig ist das?

Sehr häufig. Jede vierte bis fünfte Frau kennt das PMS und leidet darunter.


Warum hat man PMS?

Häufig wird von Hormonschwankungen gesprochen, die zu den PMS Beschwerden führen. Tatsächlich ist es in der Regel aber eine gesteigerte Wahrnehmung für den natürlichen Hormonspiegel. Weitere Einflüsse werden noch diskutiert.


Welche Symptome gehören zum PMS?

Über 150 Symptome sind im Rahmen des PMS beschrieben. Am häufigsten genannt sind Stimmungsschwankungen, sogar depressive Episoden und eine erniedrigte Reizschwelle, starke Menstruationsbeschwerden und Rückenschmerzen, Verdauungs- und Appetitstörungen, Hautunreinheiten bis hin zur Akne, Spannen der Brüste, sowie Wassereinlagerungen - sogenannte Ödeme - in Füßen, Händen und Gesicht.


Wie kann ich mir helfen?

Einen gesunden Rhythmus und Routinen im Leben oder zumindest in der Zeit des PMS etablieren.


Wo genau kann ich Einfluss nehmen?

1. Schlaf-Wach-Rhythmus:

Seinen natürlichen Schlafbedarf herauszufinden ist großartig. Dann ins Bett gehen, wenn man müde ist. Sich zur selben Uhrzeit jeden Tag schlafen legen und aufstehen. Was auf den ersten Blick für die ein oder andere vielleicht langweilig klingt, kann Unglaubliches bewirken.


2. Bewegung, frische Luft und Sonne

Regelmäßige Bewegung und Sport, gerne an der frischen Luft und in der Sonne, wenn sie sich zeigt, haben einen positiven Einfluss auf die PMS Symptome. Die Überwindung zum entspannten Lauf lohnt sich in den meisten Fällen, versprochen. Welche Sportart ist zu empfehlen? Das was gut tut und keinen Leistungsdruck erzeugt. Im Yoga gibt es zum Beispiel ein spezielles Hormonyoga, was sehr wohltuend sein soll.


3. Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung ist nicht nur in der zweiten Zyklushälfte empfehlenswert. Verzichten sollte man auf Koffein (außer bei Migräne, dann kann ein Kaffee sogar helfen), Alkohol, Nikotin, Industriezucker und Fast Food. Fettreicher Fisch soll sich positiv auswirken.

Mein Tipp: Drei bis fünf kleinere ausgewogene Mahlzeiten am Tag mit vielen Vitaminen und komplexen Kohlenhydraten z.B. Vollkornprodukten. Wem es schwer fällt, die optimale Portionsgröße abzuschätzen, kann bei den Hauptmahlzeiten beide Hände zu einer Schale formen und sich daran orientieren.


4. Stress

Stress ist einer der Hauptfaktoren, die zu einer Verschlimmerung des PMS führen. Ruhe, Stressreduktion und Achtsamkeitsübungen hingegen wirken Wunder. Deshalb gilt besonders: Gelassen bleiben und sich Ruhe gönnen. Meditation kann hier sehr heilsam sein.

Ich weiß, dass es im Alltag und vor allem im Beruf häufig Situationen gibt, in denen man „funktionieren“ möchte. Aber gerade wer gut auf sich achtet, ist langfristig besonders produktiv. Mit Achtsamkeit und Fokus kann man seine Leistungsfähigkeit sogar noch steigern.


Was sagt die Gynäkologin zu Medikamenten?

Medikamente aus der Naturheilkunde und der Schulmedizin können unterstützend hilfreich sein. Viel wichtiger und nachhaltiger - wenn auch ungleich schwerer - ist ein gesunder Life-Style. Dieser schafft langfristig Linderung und sollte die Grundlage der Behandlung des PMS darstellen. Andernfalls werden die Symptome nur betäubt.


Hochdosiert Mönchspfeffer ist das Mittel Nr.1 aus der Naturheilkunde. Die Einnahme sollte bitte immer mit der Gynäkologin besprochen werden. Außerdem gibt es, entsprechend der jeweiligen Symptomatik, viele tolle ätherische Öle und Tees. Auch in den alternativen Heilverfahren, wie der TCM, der Akupunktur oder dem Ayurveda, finden sich viele interessante Ansätze.


Die Schulmedizin bietet uns einige Tabletten: Schmerzmittel bei Schmerzen. Die Antibabypille, wenn mit den oben genannten Life-Style-Changes kein Land in Sicht ist oder dieser nicht statt findet. Dann wird eher die Einnahme der Pille im Langzeitzyklus empfohlen. Ganz wichtig: Bei Depressionen sollte man sich immer an eine/n Ärztin/Arzt wenden. Hier kann eine Therapie mit Antidepressiva (SSRI) sinnvoll sein.


Tipp von der Fachfrau: Zykluskalender führen.

Es ist unglaublich hilfreich sich seine Beschwerden einmal schriftlich zu verdeutlichen und ins Verhältnis mit dem Zyklus und den eigenen Gewohnheiten zu stellen. Nicht nur für die/den behandelnde/n Ärztin/Arzt, sondern für sich selbst. Denn dann weiß man direkt, wo man selbst anfangen kann zu handeln.


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Hast Du noch Fragen? Oder möchtest Du Deine Situation genauer analysieren? Dann komm gerne in meine gynsprechstunde.de. Ich nehme mir ausreichend Zeit für Dich und Deine Fragen.




Ärztlicher Disclaimer:

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich zur allgemeinen Information und ersetzen niemals die Beratung und Behandlung durch einen Arzt.

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